In 30 Jahren vom Fanfarenkorps zur Big Band

Die Sebastianus Schützenband feiert Jubiläum - Großes Konzert am 11. März in Geilenkirchener Realschule.

Von Inge Robertz.

Geilenkirchen. Silberne Abendjackets zu schwarzen Hosen - das "Outfit" der Sebastianus Schützenband bei offiziellen Anlässen kann sich sehen lassen. Ein Grund, sich selbst einmal zu feiern, steht bevor. Die beliebte Geilenkirchener Big Band unter Leitung von Josef Dohmen, Frank Küppers, Norbert Ernst und Ralf Krohn sowie der musikalischen Leitung von Dietmar de Gavarelli gibt aus Anlass ihres 30-jährigen Bestehens am Samstag, 11. März ein großes Konzert in der Geilenkirchener Realschule.

 

Aus der Taufe gehoben wurde die Schützenband bei der Generalversammlung der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft am 13. März 1965. Man beschloss damals, ein Jungschützen-Fanfarenkorps zu gründen, dessen Leitung Josef Dohmen übernahm. Erster musikalischer Ausbilder war Franz Peltzer. Acht Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren bildeten das erste musikalische Team, das nur ein Jahr später bereits auf 28 männliche Jugendliche angewachsen war. Pfingsten 1966 konnte das Fanfarenkorps erstmals nach Quimperlé reisen und nahm dort Kontakt zu deren bekannter Folkloregruppe "Kevrenn" auf. Es entwickelte sich eine enge und herzliche Freundschaft zu den Bretonen. Nachdem man 1973 Trompeter und Posaunisten in das Musikcorps aufgenommen hatte, erhielt es den neuen Namen "Jungschützenfanfaren- und Trompetencorps". Unter der Leitung von Franz Peltzer und dessen Nachfolger Wolfgang Former erspielte die junge Truppe sich schon einen beachtlichen Namen.

 

Mit ihrem neuen musikalischen Leiter Rainer Tegtmeyer und dem neuen Namen Sebastianus Schützenband kam dann 1985 der Durchbruch zur großen Big Band. In temperamtenvoller Abstimmung (elf zu zehn Stimmen) setzten sich die Befürworter durch, die Damen in die Band aufnehmen wollten. Anlaß dazu war der Wunsch, auch Saxophone zum Stil einer Big Band hinzuzubekommen. Und Saxophone werden bevorzugt von jungen Damen gespielt.

 

Die erste weibliche Saxophonistin heiß Doris Küppers und ist die Ehefrau des Vorstandsmitglieds Frank Küppers. Sie spielte kurz vor Weihnachten 1987 bereits in der Band. Inzwischen zählen Ramona Gerschel (Altsaxophon) mit Doris Küppers und Sandra Piernikarczyk (Tenorsaxophon) sowie Claudia Scheuvens (Posaune), Johanna van Dillen (Trompete) und Christina Schweer (E-Bass) zur festen Damenbesetzung der Schützenband. Wobei Christina Schweer mit ihren 18 Jahren als ausgesprochener Glücksgriff für die Band gilt, wie Frank Küppers versicherte.

 

Die Jüngste im Verein ist mit ganzen 15 Jahren Ramona Gerschel, ganz neu und ganz begeistert. Ältester Musiker ist Paul Bögel (47) mit seiner Trompete. Er ist gemeinsam mit dem ein Jahr jüngeren Klaus-Peter Dohmen bereits dreißig Jahre in der Band. Sie werden als Gründungsmitglieder ein doppeltes Jubiläum am 11. März feiern können.

 

1993 übernahm Dietmar de Gavarelli nach dem Ausscheiden Rainer Tegtmeyers die musikalische Leitung der inzwischen renommierten und sehr populären Band, die auf zwei Schlagzeuger, Norbert Ernst und Bernhard Popp, einen E-Bass (Christina Schweers), eine E-Gitarre (Rolf Voßenkaul), ein Keyboard (Jochen Wilms), elf Trompeten, sechs Posaunen und sechs Saxophone angewachsen war, so dass sie mit dem Bandleader 29 Musiker zählte.

 

Begann das Fanfarenkorps vor 30 Jahren mit typischer Marschmusik zu festlichen Anlässen wie Kirmes oder Vogelschuss, so erweiterte sich das musikalische Spektrum des Fanfaren- und Trompetenkorps ganz beachtlich. Außer den Märschen gehörte bereits leichte Unterhaltungsmusik zum Repertoire. Mit Rainer Tegtmeyer änderten sich der Stil, die Besetzung der Band und das gesamte Programm komplett. Der ehemalige Trompeter der Band (seit 1978) brachte neuen Schwung und neue Arrangements im Big Band-Stil von Glenn Miller oder James Last hinein. Und mit dem Big Band-Sound begann der große Erfolg der Band, die sich von Geilenkirchen im Aachener Raum bis zu den Niederlanden einen erstklassigen Namen erspielte. Der gute Ruf und das musikalische Niveau steigerten sich noch unter dem neuen musikalischen Leiter Dietmar de Gaverelli.

 

Zur Zeit spielt die Band viele neue Arrangements, die zum Teil beim Jubiläumskonzert vorgestellt werden. Im Programm haben die Musiker inzwischen aktuelle Popmusik, wie Hits der Gruppe "Pur", Stimmungsmusik zum Beispiel von den Bläck Fööss, aktuelle Big Band Swing-Musik von Glenn Miller sowie Unterhaltungsmusik von James Last, dazu ein komplettes Karnevalsrepertoire mit Gesang. Hier zeigt Dietmar de Gavarelli, dass er ein zweites Talent besitzt, seine Stimme.

 

Erwähnt werden muss natürlich auch, dass die Sebastianus Schützenband mit ihren beiden Saxophonisten Sandra Piernikarczyk und Stefan Specksdas diesjährige Schützenkönigspaar für 1994/1995 stellt. Wann spielt die Band auf? Zu allen gesellschaftlichen Anlässen der Schützenbruderschaft, beim Königsball und Vogelschuss, aber auch private Engagements, wie Gala-Veranstaltungen, Frühschoppen, Betriebsfeste und Karnevalsveranstaltungen und Jubiläen gehören in ihren Veranstaltungskalender. So findet jedes Jahr im Sommer das beliebte Kaffeekonzert im Innenhof des Hauses Basten statt. Ein Riesenerfolg war das Frühjahrskonzert 1994 in der Realschule Geilenkirchen gemeinsam mit der Geilenkirchener Gesangsgruppe "Rainbow Singers", die gern mit der Band auftritt. Inzwischen gehört die Sebastianus Schützenband fest zum Geilenkirchener Vereinsleben.

 

Dass die Amateurmusiker dabei mit ihrem zeitaufwendigen Hobby keinen Pfennig Geld verdienen, sollte nicht vergessen werden. Einnahmen durch Auftritte gehen voll in die Vereinskasse fir die instrumentale Ausstattung, die Ausbildung und die Garderobe. Wer die Band engagieren möchte, kann sich übrigens an Frank Küppers oder Norbert Ernst wenden. Von der Qualität der der Sebastianus-Musiker wird man sich am 11. März in der Realschulaula ein Bild machen können.

 

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